
Exkursion zu Duravit und Hansgrohe: Wenn aus Produkten Wissen wird
Wer Immobilien verkauft, sollte nicht nur Quadratmeter, Baujahre und Energiekennwerte kennen. Zu einer Immobilie gehören Materialien, Haustechnik und Ausstattung. Und manches lässt sich besser verstehen, wenn man es nicht nur aus Prospekten kennt, sondern selbst ausprobiert.
Genau deshalb gehören Exkursionen zu Herstellern seit vielen Jahren zu unserem Ausbildungs- und Weiterbildungskonzept. Dieses Mal führte der Weg in den Schwarzwald zu zwei Unternehmen, deren Produkte uns in Häusern und Wohnungen regelmäßig begegnen: Duravit und Hansgrohe.
Badplanung beginnt nicht beim Wasserhahn
Bei Duravit wurde schnell deutlich, wie stark sich das Badezimmer in den vergangenen Jahren verändert hat. Was früher häufig vor allem funktional geplant wurde, ist heute ein Raum, bei dem Gestaltung, Material, Licht, Möblierung und technische Details zusammenspielen.
Waschtische und Badmöbel werden als Einheit gedacht, Oberflächen und Farben aufeinander abgestimmt. Auch die klassische Sanitärkeramik ist längst nicht mehr die einzige Möglichkeit, einem Bad seinen Charakter zu geben. Form, Proportionen und die Kombination verschiedener Materialien verändern die Wirkung eines Raumes erheblich.
Für uns ist das unmittelbar mit der täglichen Arbeit verbunden. Bei Besichtigungen sprechen Interessenten über Bäder, Sanierungsbedarf und Ausstattungsqualität. Dabei macht es einen Unterschied, ob man ein Produkt nur auf einem Foto gesehen oder Verarbeitung, Oberfläche und Funktion selbst erlebt hat.
30 Jahre Starck Barrel
Ein Stück Designgeschichte begegnete uns bei Duravit ebenfalls: Der von Philippe Starck entworfene „Starck Barrel“ feiert sein 30-jähriges Bestehen.
Das tonnenförmige Waschtischmöbel zeigt recht anschaulich, dass gutes Produktdesign nicht zwangsläufig nach wenigen Jahren überholt sein muss. Gerade bei Immobilien ist dieser Gedanke interessant. Ein Badezimmer wird schließlich nicht im Rhythmus einer neuen Modekollektion erneuert. Gestaltung muss deshalb im Idealfall auch nach vielen Jahren noch funktionieren.
Bei Hansgrohe wird Wasser zum Gestaltungselement
In der Hansgrohe Aquademie in Schiltach ging es anschließend weniger um die Theorie als um das unmittelbare Erleben.
Armaturen und Duschsysteme können dort nicht nur betrachtet, sondern tatsächlich ausprobiert werden. Unterschiedliche Strahlarten, Kopf- und Handbrausen, Bedienkonzepte und Wassermengen lassen sich direkt miteinander vergleichen.
Gerade bei Duschen zeigt sich dabei, wie wenig aussagekräftig reine Produktdaten sein können. Die Anzahl der Düsen oder der Durchmesser eines Duschkopfes sagen noch nicht, wie sich der Wasserstrahl tatsächlich anfühlt.
Unsere Auszubildende nutzte die Gelegenheit entsprechend gründlich. Wasser marsch – ausdrücklich erwünscht.
Auch bei den Armaturen gibt es inzwischen Funktionen, die weit über das klassische Öffnen und Schließen eines Wasserhahns hinausgehen. Unterschiedliche Bedienkonzepte, integrierte Brausen und neue Formen der Wasserführung zeigen, wie stark sich selbst ein seit Jahrzehnten vertrautes Bauteil weiterentwickeln lässt.
Dabei ging es nicht darum, einzelne Produkte als besser oder schlechter einzuordnen. Interessanter war der direkte Vergleich: Was ist konstruktiv anders gelöst? Wie fühlt sich die Bedienung an? Welche Materialien werden verwendet? Und welche Lösungen sind für welche Nutzung sinnvoll?
Warum fährt ein Immobilienmakler zu Sanitärherstellern?
Weil Immobilien aus genau solchen Details bestehen.
Wir vermitteln regelmäßig Häuser und Wohnungen, bei denen Eigentümer viel Geld in Bäder, Küchen, Fenster, Heiztechnik oder Bodenbeläge investiert haben. Um solche Ausstattungen sachlich beschreiben und einordnen zu können, reicht es nicht, Herstellerbezeichnungen aus einer Baubeschreibung in ein Exposé zu übernehmen.
Dasselbe gilt für unsere Ausbildung. Immobilienkaufleute lernen bei uns nicht ausschließlich im Büro. Wir besuchen Hersteller, Produktionsstätten und Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen des Bauens und Wohnens. In den vergangenen Jahren führten solche Exkursionen unter anderem zu Duravit, Hansgrohe, Feldhaus Klinker, Steuler Fliesen und Siedle.
Dabei geht es nicht um einen Ausflug aus dem Arbeitsalltag. Es geht um Wissen, das später bei einer Objektaufnahme, einer Bewertung oder im Gespräch mit Eigentümern und Kaufinteressenten gebraucht wird.
Ein Wasserhahn bleibt natürlich ein Wasserhahn. Nach einem Tag bei Duravit und Hansgrohe schaut man trotzdem etwas genauer hin.



































































































